Wusstest Du schon...? 

Auf den Info-Tafeln des Lehrpfades finden Sie als Ergänzung zum jeweiligen Lehrtext stets auch die Frage "Wusstest Du schon...?

Die von unserer Expertin Petra Schicketanz bisher dort gestellten Fragen und die dazu passenden Antworten können Sie  hier nochmals nachlesen.

Brombeere  - Wusstest Du schon, dass die Brombeere aus botanischer Sicht gar keine Beere ist?

Echte Beeren im botanischen Sinne sind neben Stachelbeeren zum Beispiel Tomaten und Paprika. Gurken und Kürbisse sind sogar Panzerbeeren. Die Brombeerblüten entwickeln aus einzeln stehenden Fruchtblättern kleine Steinfrüchtchen, ähnlich wie kleine Kirschen, die zusammen eine Sammelfrucht bilden.

Eberesche - Wusstest Du schon, dass die Eberesche der irisch-keltischen Muse Birgid geweiht war?

Der Verzehr der Früchte (Vogelbeeren!) soll Vögel zum Ssingen animieren und dadurch Künstler aller Art inspirieren. Die Kelten stellten ihre Muse mit einem Bogen aus Ebereschenholz dar. Sie galt als die Beschützerin der Hirten und Hecken und spann als Göttin das ewige Tuch des Lebens. Spindeln und Spinnräder wurden daher aus dem Holz der Eberesche gefertigt.

Europäische Lärche - Wusstest Du schon, dass Lärchenholz besonders langlebig ist?

Wasser, Laugen, Säuren, Pilze und selbst Feuer können ihm nicht viel anhaben. Auf seinem Rückzug aus Gallien machte der römische Kaiser Julius Cäsar (100 bis 44 v. Chr.) Bekanntschaft mit der besonderen Wwiderstandsfähigkeit des Lärchenholzes. Als sich ihm ein paar Rebellen in der Festung Larignum widersetzten, beschloss er kurzerhand, sie mit brennendem Stroh und Reisig auszuräuchern. Nachdem die Flammen erloschen waren, staunte er nicht schlecht: Die Lärchenholzwände , die der Festung ihren Namen gegeben hatten, zeigten sich völlig unversehrt.

Roter und Schwarzer Hollunder - Wusstest Du schon, dass Holunder nach "Frau Holle" benannt ist?

Der Name geht auf die Erdgöttin Hulda zurück, die alle beschützt, die das Leben auf der Erde bewahren und mit ihrem Verhalten der Göttin huldigen. Selbst die Seelen der Kinder soll Hulda in die Welt geschickt haben. So heißt es im Kinderlied: "Ringel, Ringel, Reihe, wir sind der Kinder dreie. Wir sitzen unterm Hollerbusch und machen alle husch, husch, husch!" 

Hundsrose - Wusstest Du schon, dass Du aus duftenden Blüten ungesspritzter Rosen eine köstliche Limonade zubereiten kannst?

Koche dafür 200 ml Wasser mit 200 g Zucker auf und gib zwei Handvoll Rosenblütenblätter dazu. Lasse den Ansatz abkühlen. Dann fügst Du den Saft von fünf Zitronen hinzu und seihst die Blütenblätter durch ein Sieb ab. Diese Basis-Limonade kannst Du nach Geschmack mit Mineralwasser auffüllen. 

Jahresringe - Wusstest Du schon, dass man anhand der Jahresringe feststellen kann, wann ein Baum und wie lange er gelebt hat?

Jahresringe sind entsprechend der Wachstumsbedingungen im jeweiligen Jahr dicker oder dünner. Durch das Aneinanderfügen der Jahresringmuster vieler Bäume derselben Region kann man einen Jahresringkalender erstellen, Dadurch war es zum Beispiel möglich, das genaue Alter der steinzeitlichen Pfahlbauten am Bodensee zu bestimmen. 

Kreuzotter - Wusstest Du schon, dass der Giftzahn der Kreuzotter so extrem lang ist, dass er normalerweise nicht in ihr geschlossenes Maul passen würde?

Er ist daher wie die Klinge eines Taschenmessers eingeklappt. Wenn die Kreuzotter zubeißt, richtet sie den Giftzahn blitzschnell auf und schlägt ihn in ihre Beute. Weil der Schädel dafür sehr beweglich sein muss, fehlt der Schlange der Druck zum Kauen. Deshalb muss sie ihre Beute am Stück verspeisen.

Gewöhnlicher Liguster - Wusstest Du schon, dass man aus Ligusterbeeren eine Zauberfarbe herstellen kann?

Die Früchte kannst Du ab dem ersten Frost sammeln. Aber nicht naschen! Fülle einen Topf mit Beeren und zermatsche sie mit dem Kartoffelstampfer. Seihe die Brühe durch ein Sieb ab. Fertig ist eine violette Aquarellfarbe. Gibst Du nun zu dieser Farbe Soda- oder Backpulver (Lauge), dann wechselt die Farbe nach Blaugrün. Fügst Du Essig oder Zitronensaft (Säure) hinzu, dann schlägt der Farbton wieder zurück nach Violett. Du kannst damit Briefpapier grundieren und nach dem Trocknen mit flüssiger Lauge bzw. Säure darauf schreiben.

Rosskastanie - Wusstest Du schon, dass man die Samen der Rosskastanie zum Haarewaschen verwenden kann?

Die Samen enthalten schaumbildende Saponine (von Sapo = Seife). Schäle und zerhacke fünf große Kastanien und übergieße sie mit 1 Liter Wasser. Nach einem Tag erhältst Du einen gelben, nicht färbenden Waschsud, der zum Haarewaschen mit heißem Wasser angewärmt wird.

Rotbuche - Wusstest Du schon, dass Du aus Bucheckern ein köstliches Waldkaramell herstellen kannst?

Entferne die stachelige Hülle und röste die Bucheckern in einem Sieb über dem Feuer, damit sie sich leichter schälen lassen. Dann bringst Du in einer Pfanne Butter und Zucker zum Karamellisieren, gibst die geschälten Bucheckern hinzu und rührst zwei Minuten lang weiter. Gieße die Masse auf einen gefetteten Stein und lasse sie abkühlen. Fertig ist das Karamell. Dein Geschirr kannst Du anschließend mit einer Lauge aus Buchenasche anstelle von Spülmittel reinigen.

Rotfichte  - Wusstest Du schon, dass Rotfichten zu den Heilpflanzen gehören?

Sie enthalten viel Harz und äherische Öle, die gegen Erkältung, Atemwegsinfektionen, Gicht und Rheuma eingesetzt werden können. Für ein Bad kocht man 200 g Nadeln in 1 Liter Wasser und fügt den abgesiebten Sud dem Badewasser zu.

Salweide - Wusstest Du schon, dass die Kelten in den Weiden ein Symbol der Unsterblichkeit sahen?

Selbst wenn die Bäume nicht besonders alt werden, so können ihre abgerissenen Zweige sogar kopfüber wieder anwachsen und einen neuen Baum hervorbringen. Diese Eigenschaft kannst Du wunderbar zum Bau eines lebendigen Weidenwigwams nutzen. Anstelle der Salweide sind die Ruten der Korbweide (Salix viminalis) oder der Mandelweide (Salix triandra) besser geeignet, da sie schnell anwachsen und schon in der ersten Saison wieder austreiben. 

Sandbirke - Wusstest Du schon, dass Birken täglich viele Liter Wasser in die Baumkrone pumpen?

Besonders im Frühjahr, wenn die Bäume aus ihrer Winterruhe erwachen, kannst Du mit einem Stethoskop am Stamm ein lautes Schlürfen hören. Im Rahmen von Frühjahrstrinkkuren zapfen manche Baumbesitzer den gesundheitsfördernden Birkensaft. Sie müssen dabei fachgerecht vorgehen, damit der Baum nicht versehentlich durch eine falsche Entnahme "verblutet".

Traubeneiche  - Wusstest Du schon, dass Du aus Eichengallen Tinte herstellen kannst?

Lasse ein Handvoll zerkleinerter Gallen mit der dreifachen Menge Wasser eine Stunde lang köcheln, filtriere die Lösung ab und koche sie weiter zu einem dickeren Sirup ein. Diesem fügst Du tropfenweise eine Eisenlösung zu, die Du ein paar Tage vorher aus rostigen Nägeln mit Essigessenz angesetzt und abfiltriert hast. Mit ein paar Tropfen Gummi arabicum aus dem Künstlerbedarf erhält die Tinte Brillanz und gutes Haftvermögen.

Vogelkirsche - Wusstest Du schon, dass der Barbarazweig aus heidnischen Kirschbaumorakeln hervorgegangen ist?

Dieser auch heute noch gepflegte christliche Brauch aus dem 13. Jahrhundert sieht vor, am 4. Dezember, dem Barbaratag, einen Kirschzweig ins Haus zu holen, ihn in eine mit Wasser gefüllte Vase zu stellen und ihn so bis Weihnachten zum Blühen zu bringen.

Winterlinde - Wusstest Du schon, dass Linden symbolisch für Liebe und Gnade stehen?

Tagte ein Gericht unter einer Linde, so versprach sich der Angeklagte ein mildes Urteil. In der Siegfriedsage verhindert ausgerechnet ein Lindenblatt, dass der Held bei seinem Bad im Drachenblut gänzlich unverwundbar wurde. So bestrafte ihn die Linde einerseits für den Tod des Lindwurms, der in alten Mythen die Lebenskraft der Erde verkörperte. Andererseits stellte sie sein Heldentum wieder her, denn jemand, der unverwundbar ist, kann eben kein echter Held sein. 

Zitterpappel - Wusstest Du schon, warum man von ängstlichen Menschen sagt, dass sie wie Espenlaub zittern?

Das beständige Rascheln der Espenblätter hielten die verschiedenen Kulturen für Botschaften der Götter oder der Unterwelt. Die tatsächliche Ursache hierfür liegt in der Anspruchslosigkeit des Baumes. Da er auf kargem Boden wächst, müssen seine Wurzeln sehr viel Wasser aufnehmen, um genügend Nährstoffe zu erhalten. Die überschüssige Flüssigkeit wird über die Blätter verdunstet. Man könnte auch sagen, die Espen schüttelten sich pausenlos trocken.

 

 
                                                                                                

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

                                                                                                                                                                                                                                                                                       

 

                                        

                                                                                                                                                  

                                                                                                    

                                                                                        

  

   

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